Rückblick 4. Generalversammlung

BE-Rothenburg-Vorsitzender-des-Vorstands-Robert-Gehringer

VR-Bürgerenergie Rothenburg eG -trüber Sommer hinterlässt Spuren.

Das sonnenarme Jahr 2013 hinterlässt Spuren, dies wurde bei der Generalversammlung der VR-Bürgerenergie Rothenburg eG im Hotel „Zum Rappen“ deutlich.

45 Mitglieder konnten der Vorsitzende des Aufsichtsrats Steffen Draxler und der Vorsitzende des Vorstands Robert Gehringer begrüßen. Für Robert Gehringer ein Beweis für das Interesse der Mitglieder an den Geschicken der Genossenschaft. „Was einer nicht schafft, schaffen viele“, zitierte Robert Gehringer den Genossenschaftsgründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 – 1888).

Zunächst ging Robert Gehringer in seinem Bericht über das Geschäftsjahr 2013 auf den Anfang der Energiegenossenschaften im Sommer 2009 und die ganzen Veränderungen und Entwicklungen zum Thema Erneuerbare Energien bis heute ein.

Der lange Winter 2010/11 ließ manches Photovoltaik-Projekt später als geplant ans Netz gehen. Es ergaben sich längere Anlaufzeiten, bis die erste Einspeisungsvergütung (ESV) bezahlt wurde. Auch suchten die politisch Verantwortlichen nach Gründen um die ESV zu senken. Nach dem 11. März 2011 – dem Tag der Katastrophe von Fukushima – ging es nicht mehr um die Strompreise, sondern um den Ausstieg aus der Atomenergie.  Unter  Anlaufschwierigkeiten konnten die Energiegenossenschaften mehrere Projekte starten. Gesetzliche Vorgaben, die eine Nachrüstung bei technischen Großbauten erforderlich machten, drückten die guten Wirtschaftsergebnisse auch in den guten Sonnenjahren 2011 und 2012 nach unten.

Auf der Basis der Sonnenwerte von 2012 erstellte man die Planungshochrechnungen für 2013. Durch das schlechte Sonnenjahr 2013 seien die hochgerechneten ESV ausgeblieben, während die gleichgebliebenen Wartungskosten bezahlt werden mussten. Verbessert wurden in 2013 das Überwachungsmanagement sowie die Reinigungsintervalle. Kostensenkende Maßnahmen wurden geprüft und umgesetzt, sowie weitere Beteiligungsmöglichkeiten in Form von Nachrangdarlehen geschaffen.

„Trotzdem sehen wir aufgrund des Ergebnisses 2013 unsere Aussage – Dividendenrestzahlungen für die Anlaufjahre – als nicht mehr haltbar an. Die Rahmenbedingungen haben sich seit 2009 ständig geändert. Wir haben etwas unternommen mit Chancen und Risiken, die Chancen haben wir gut genutzt und sind auch für die Zukunft gut aufgestellt. Aber Risiken und manche nicht planbare Probleme, wie eines der sonnenärmsten Jahre seit 1945, haben uns daran gehindert, in allen Bereichen Top-Ergebnisse abzuliefern“, betonte Gehringer.

Die Energiegenossenschaft selber habe zum Stichtag 31.12. 2013 214 Mitglieder mit 1981 Geschäftsanteilen, was zum Jahresende einem Eigenkapital von 1,981 Millionen Euro entspricht.

Zum Jahresende 2013 seien 10 Anlagen mit einer Fläche von 119 766 qm noch im Bestand. Durch den Verkauf einer Anlage im November 2013 konnte das Gesamtergebnis verbessert werden.

„Wir sind auch für das Jahr 2014 mit den 10 Anlagen gut aufgestellt. Wichtig ist, dass wir laufend die Anlagen überwachen und regelmäßige Wartungen erfolgen“ betonte Gehringer.

Aktuell können mit den Einspeisewerten 1.285 Vier-Personen-Haushalte – ca. 5 200 Personen – mit Strom durch Photovoltaik versorgt werden. Somit vermeide man einen CO2-Ausstoß von etwa 10.482 Tonnen. Seit 2010 wurden bereits 12,77 Millionen kWh erzeugt.

Die für 2013 erwirtschaftete Einspeisevergütung betrug 1.399.188 Euro. Für 2014 sei eine Einspeisevergütung von 1.420 668 Euro geplant. Aus dem Bilanzgewinn 2013 wurden bereits in 2013 Vorabausschüttungen geleistet, für 2012 wird noch ein kleinerer Dividendenanteil nachgezahlt. Aufgrund der Entwicklungen im Jahr 2013- mit lediglich 1.521 Sonnenstunden, was einem Minus von 10% gegenüber dem langjährigen Mittel entspricht – kann für 2013 keine weitere Dividende mehr ausgeschüttet werden. Künftig werde auf der Basis der aktuellen Jahresergebnisse individuell über die Dividendenausschüttung entschieden. Ein aktueller Abgleich der Zahlen 2014 bestätige einen positiven Ausblick.

Im Bericht des Aufsichtsrats räumte der Vorstand des Aufsichtsrats Steffen Draxler den schlechteren Geschäftsgang, verursacht durch technische Nachrüstung, fehlender Sonneneinstrahlung und Wartungs- sowie Reinigungskosten ein. Entsprechende Maßnahmen seien allerdings eingeleitet. Die Arbeit des Vorstandes seien vom Aufsichtsratsgremium überwacht und beratend begleitet worden. Man sei in Geschäftspolitik und Unternehmensführung eingebunden gewesen. Der Aufsichtsrat schlage deshalb vor, das Ergebnis 2013 zu genehmigen und dem Vorstand die Entlastung zu erteilen.

Bürgermeister Kurt Förster, bezog sich in seinem Grußwort an die „Genossen“ auch auf die Anfänge der Genossenschaften: „Es sei eine herausragende Idee gewesen, die Energiegenossenschaft „VR-Bürgerenergie Rothenburg o.d.Tbr. eG“ zu gründen, so Förster. „Ihr Ziel ist es, Strom aus regenerativen Naturgegebenheiten zu produzieren. Die Natur lässt sich allerdings nicht beeinflussen. Aber dieses Jahr sind wir mit der Sonne gut dabei. Und dann gibt es auch wieder bessere Erträge“.

„Energiegenossenschaften bedeuten Versorgungssicherheit für die Zukunft“, unterstrich Max Riedl vom Bayerischen Genossenschaftsverband in seinem Grußwort. „Es ist wichtig, dass Sie als Mitglieder hier vor Ort ihre Genossenschaft unterstützen und ihr den Rücken stärken“.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Steffen Draxler lieferte eine Zusammenfassung des gesetzlich vorgeschrieben Prüfungsbericht durch den Bayerischen Genossenschaftsverband. Demnach sind die Rechtsverhältnisse und die Vermögenslage geordnet. Dem Vorstand wurde eine ordnungsgemäße Geschäftsführung bescheinigt. Auch sei der Aufsichtsrat seinen Überwachungspflichten in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben nachgekommen.

Zum Jahresabschluss und der Ergebnisverwendung 2013gaben die Mitglieder Ihre Zustimmung. Ebenso wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet.

AUTOR: Hans-Peter Hahn

Bürgerenergie_Rothenburg 2014-Homepage

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