3. Generalversammlung – Rückblick

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Die dritte Generalversammlung der VR-Bürgerenergie Rothenburg o.d.Tbr. eG war am 29.04.2013 gut besucht. In 2012, dem zweiten vollen Geschäftsjahr, ist die Genossenschaft ein großes Stück weitergekommen, so Vorstandsvorsitzender Robert Gehringer. Zum 31.12.2012 setzt sich die VR-Bürgerenergie aus 211 Mitgliedern mit insgesamt 1980 Geschäftsanteilen zusammen. Zuletzt wurden die beiden Anlagen „Agrargenossenschaft Ruppendorf AG, Sachsen“ im April und „Schwedt, Brandenburg“ im Juli ans Netz gebracht, so dass sich im Anlagenbestand mittlerweile 11 Objekte mit einem Gesamtinvestitionswert von 16 Millionen Euro befinden. Diese sind auf eine Fläche von 130.266 qm verteilt und haben eine Gesamtleistung von 6,6 Megawatt Peak. Insgesamt werden so bereits 1.325 Vier-Personen-Haushalte mit Ökostrom versorgt (ca. 5.300 Personen). D.h. fast die Hälfte der Einwohner Rothenburgs wird bereits von der VR-Bürgerenergie Rothenburg mit Ökostrom versorgt. Der vermiedene jährliche CO2-Ausstoß beträgt 3.750 Tonnen.

Aufgrund gesetzlicher Auflagen musste im vergangenen Geschäftsjahr mit dem Einbau von Rundfunksteuerern technisch nachgerüstet werden, was zu Verzögerungen führte. Die insgesamt erwirtschaftete Einspeisevergütung betrug dennoch satte 1.380.542 Euro, wodurch der Verlustvortrag vom Vorjahr nahezu komplett kompensiert werden konnte, lediglich ein geringes negatives Ergebnis blieb unterm Strich. Aufgrund des prognostizierten Jahresüberschusses im Geschäftsjahr 2013 ist jedoch per Beschlussfassung schon jetzt eine Vorabausschüttung der Dividende möglich. In Kürze erhalten die Mitglieder die angepeilte Dividende in Höhe von 5 Prozent für 2010. Sogar wird knapp die Hälfte der Dividende für 2011 mit ausgeschüttet. Bereits nach Abschluss des Geschäftsjahres 2017 plant die Genossenschaft, sämtliche Dividendenzahlungen nachgeholt zu haben.

Als Hauptrevisor beantragte der gebürtige Rothenburger Hans-Peter Lechner vom Genossenschaftsverband Bayern die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, der die Versammlung zugestimmt hat. Im späteren Tagesordnungspunkt schieden Karin Schmidt und Walter Serby satzungsmäßig aus dem Aufsichtsrat aus und wurden anschließend wieder in ihre Ämter gewählt. Der ebenfalls ausscheidende Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Walther stellte sich nicht erneut zu Wahl. Neu in den Aufsichtsrat kam dafür Steffen Draxler aus Großharbach. Er ist leitender Angestellter der VR-Bank Rothenburg o.d.Tbr. eG und bereits als Aufsichtsratsvorsitzender der VR-Bürgerenergie Taubertal eG engagiert.

Vorstandsmitglied Ralf Zieher durfte den Mitgliedern am Ende freudig mitteilen, dass derzeit eine weitere Anlageform geplant und in Prüfung ist. Mit einem sogenannten Nachrangdarlehen soll eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen werden, Mitglieder an der Genossenschaft zu beteiligen – und das bei einem für die Teilhaber attraktiven Fremdkapitalzins. Bevor alle Rahmenbedingungen geklärt und Prüfungen abgeschlossen sind, wurde den Anwesenden ein Vorab-Formular ausgehändigt, auf dem die Zeichnungswünsche einzutragen sind, so dass man einen groben Überblick über die Nachfrage bekomme.

Durch die Kraft der Genossenschaft sowie das ehrenamtliche Engagement der VR-Bank-Mitarbeiter konnte die bisher erfolgreiche Entwicklung in der VR-Bürgerenergie Rothenburg o.d.Tbr. eG überhaupt erst ermöglicht werden, wofür sich Vorstand (VV Robert Gehringer, VM Ralf Zieher) und Aufsichtsrat (ARV Gerhard Walther) in besonderer Form bedankten. Der Beitrag, den die VR-Bürgerenergie Rothenburg o.d.Tbr. eG zur Umsetzung der Energiewende leistet, wäre nach heutiger Gesetzeslage gar nicht mehr möglich. Man ist eben genau zum richtigen Zeitpunkt eingestiegen. Wesentlicher Dank ging auch an die Ansprechpartner und Koordinatoren für die gesamte technische Projektierung Günther Heidingsfelder (FÜR-Solar GmbH, Lauterbach/Geslau) sowie Armin Hambrecht (Geschäftsführer SolarArt GmbH & Co.KG, Königshofen). Auch der Bürgermeister der Stadt Rothenburg Kurt Förster lobte das unvergleichliche Engagement und fügte hinzu, dass das eingebrachte Kapital nicht zuletzt eine sichere Geldanlage mit einer interessanten Rendite von 5 Prozent sei. Ein „etwas längerer Atem“, so Förster, sei bezüglich der Auszahlungen zwar geboten, jedoch verzichteten andere Unternehmen in der Anlaufphase von gut 2 Jahren vollständig auf die Ausschüttung einer Dividende, wovon sich die Bürgerenergie Rothenburg klar abhebt.

Bürgerenergie_Rothenburg 2013_öffentlich

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